November 2001: Festschrift zur 100 Jahrfeier

Von 1901 - 2001: Chronik unsers
Wasserversorgungsvereines „Loopeperle“
(oder Lebenslauf einer Hunderjährigen)

Am 02. November 1901 wurde in Drabenderhöhe der Beschluß gefasst, eine Wasserversorgungsleitung zu verlegen, wenn sich 40 Interessenten an einer Beteiligung bereit erklären.
Es wurde eine Baukommission gegründet. Leiter dieser Baukommission war Julius Hüschemenger.
Am 06. März 1902 erfolgte erstmals die Wahl eines Vorstandes. Erster Vorsitzender wurde Julius Hüschemenger bis 23.03.1919. Zeitgleich wurde ein Einschätzungskommission gewählt.


Weitere Vorsitzende des Vereins:

1919 – 1930 Julius Hüschemenger junior
1930 – 1936 Dr. Lutter
1936 – 1938 Julius Hüschemenger
1938 – 1940 Gustav Schwarzenecker als stellvertretender Vorsitzender
1940 – 1942 Willi Ruhland
1942 – 1951 Heinrich Höhler II
1951 – 1953 Paul Nohl, Gastwirt
1953 – 1958 Erwin Buscher
1958 – 1980 Erich Höhler, Unternehmer
1981 – 2000 Hans Müller, Dipl. Verw.wirt
ab 2000 bis auf weiteres Reimund Höhler, Unternehmer


Herausragende Investitionen in den letzten Jahrzehnten:

1969/70 Neuverlegungen der Wasserversorgungsleitungen im gesamten Ortsteil Drabenderhöhe-Scheidt.
1981 Neuverlegung der Zubringerleitung vom Hochbehälter Löh bis Alte Kölner Str. in Drabenderhöhe.
1986 Erste Renovierungsarbeiten am Pumpenhaus in Verr; neuer Dachstuhl mit Eindeckung.
Neue Ringleitung in der Ortschaft Verr.
1987 Erneuerung der Wasserleitung „Am Höher Berg“ in Drabenderhöhe
1988 Neue Leitungsverlegungen „Biesengarten“ und Teilstück in der „Oskar-Hartmann-Str.“ in Drabenderhöhe.
Erneuerung der gesamten Elektroinstallation sowie Einbau einer neuen Pumpenanlage (drei separate Pumpen) mit entsprechendem Schaltschrank und Funkanlage im Pumpenhaus Verr. Beide Wasservorratsbecken im Hochbehälter innen neu beschichtet sowie Hochbehälter außen (Sichtmauer) mit Plattenbelag versehen; einschließlich Wärmedämmung (in Eigenleistung)
1994 Erneuerung der Wasserleitung im oberen Bereich der „Oskar-Hartmann-Str.“
1996 Pumpenhaus in Verr außen und innen komplett renoviert; Wärmedämmung, Plattierung von Wänden und Boden, Erneuerung der Schachtabdeckungen, feuchtigkeitsbeständige Decke eingezogen.
1997 Gelände um Hochbehälter Löh und Pumpenahus Verr mit 2 m hohen Stahlgitterzäunen abgesichert.
1998 Neue notwendige wasserrechtliche Erlaubnis für die nächsten Jahrzehnte beim Oberbergischen Kreis erwirkt. Damit ist eine weitere Versorgung mit Trinkwasser gewährleistet.
1999 Einbau einer Natriumchlordosieranlage im Pumpenhaus Verr nach Auflage der Unteren Wasserbehörde des Oberbergischen Kreises. In diesem Zusammenhang sei darauf hingewiesen, dass bis dato die vorgeschriebenen umfangreichen jährlichen Trink- und Rohwasseruntersuchungen in den letzten zehn Jahren (wenn nicht länger) zu keinerlei Beanstandungen geführt haben.


Sonstige erwähnenswerte Ereignisse (nach Protokollbüchern):

1902 beim Amtgericht in Wiehl Eintragung ins Vereinsregister beantragt. Keine Zuständigkeit.
1903 Beantragung einer Vereinsregisterzugehörigkeit beim zuständigen Amtsgericht in Eitorf (der Ortsteil Scheidt gehörte damals in dessen Zuständikeitsbereich).
1911 wurde erstmalig der Antrag auf Einführung von Wasserzählern mit 29 zu 12 Stimmen abgelehnt. In den folgenden Versammlungen wurden immer wieder Anträge dahingehend gestellt, die aber allesamt abgelehnt wurden.
1923 sollte dann durch einen Beschluss eine Kontrollwasseruhr im Netz eingebaut werden, wenn der Preis von 300 Mark nicht überschritten wird. Hiervon wurde die Anschaffung von 6 normalen Wasserzählern, die jeweils im Wechsel von einem Jahr in verschiedenen Haushalten eingebaut werden sollten, beschlossen. Aus dem Protokollbuch, welches von 1901 an geführt wurde, ist zu ersehen, dass nach Ende des 1. Weltkrieges die Haushalte noch immer nicht alle mit einem Wasserzähler ausgestattet waren und der Wasserverbrauch bei der Abrechnung geschätzt wurde. Seit Gründung des Vereins bis zur flächendeckenden Einführung  von Wasseruhren nach dem 1. Weltkrieg wurde der Wasserverbrauch der Mitglieder immer wieder durch ein gewählte Einschätzungskommission festgelegt.
1926 Installation einer neuen Wasserpumpe im alten Pumpenhaus unterhalb von Verr, welches vor einigen Jahren abgerissen wurde. Diese Pumpe befindet ich noch im Eigentum des Vereins. Diese Pumpe der Firma Bergerhof kostete damals 625 Mark, verfügte über 2,5 PS und förderte pro Stunde 4,2 cbm in Richtung Hochbehälter. Auf der Pumpe war eine Garantie von 10 Jahren.
1927 wurden erstmals Maßnahmen durch eine Kontrollkommission in die Wege geleitet wegen Schädigung des Vereins durch unkontrollierten Wasserverbrauch. Maßnahmen wie „Trennung vom Wassernetz“ und „Ermahnung“ machten erstmals die Runde.
Im März 1945 beschloss der Vorstand in einer Sitzung eine Restschuld bei der Sparkasse in Wiehl durch eine Umlage, die von den Mitgliedern aufzubringen war, zurückzuzahlen. Hierfür wurde eine Abgabe von 30% des Wassergeldes von 1944 erhoben. Der Kassierer wurde beauftragt, diese unpopuläre Maßnahme abzuwickeln.
21.10.1951 Verein wird unter dem Namen „Wasserversorgungsverein Loopeperle“ in das Vereinsregister eingetragen.
1957 Einwohnerversammlung; Aussprache über Vorgehen der Gemeindeverwaltung zwecks Anschlusszwang an den Aggerverband. Abstimmung über Prozessführung gegen Aggerverband und Gemeinde hinsichtlich Zwangsanschluss an Gemeindewasserwerk. Die Abstimmung ergab 100% Ja-Stimmen. Das Verfahren in den darauffolgenden Jahren ergab, dass der Wasserversorgungsverein Loopeperle seine Selbständigkeit behielt. Die damaligen Vorstandsmitglieder haben unser aller Anerkennung für ihren unermüdlichen Einsatz in dieser Angelegenheit verdient.
1969 Urteil des Oberlandesgerichts im Prozess Loopeperle ./. Aggerverband:
Durch die Beschädigung einer Wasserleitung des Vereins beim Verlegen einer Transportleitung über Land durch den Aggerverband entstand über längerer Zeit ein hoher Wasserverlust. Der Aggerverband wurde zur Zahlung von 10.000 DM an den Verein verurteilt.
Ab 1980 ist der Verein steuerpflichtig gegenüber dem Finanzamt und der Stadt. Außerdem wird seit dieser Zeit eine jährliche Bilanz erstellt.
04.11.1982 Die neue Satzung, die unter der Nr. 556 beim Vereinsregister beim Amtsgericht in Gummersbach registriert ist, ist in Kraft.
 
Gegen eine geplante Restmülldeponie im Bereich unterhalb des ehemaligen Munitionsdepots zwischen Drabenderhöhe und Brächen wurde durch eine Unterschriftenaktion und Diskussion mit anderen Betroffenen im Restaurant „Stölting“ erfolgreich opponiert.

Weiterhin erwähnenswert sind der insgesamte Schuldenabbau bis zur Anlegung einer Rücklage in den letzten Jahrzehnten. Weiterhin die moderaten Wassergelderhöhungen in dieser Zeit. Wir sind stolz darauf sagen zu können, dass der derzeitige cbm-Preis immer noch in NRW seines gleichen sucht.

Wir alle wünschen dem Verein für die nächsten 100 Jahre weiterhin viel Glück und was noch wichtiger ist „viel Wasser“.

Für Ihr Interesse bedanken sich die Verantwortlichen recht herzlich.

Drabenderhöhe im November 2001